Am Samstag, dem 5. August 2023, fand der 15. Glacier 3000 Run statt, an dem 888 Läuferinnen und Läufer teilnahmen. Organisatorisch war alles für den Anlass bereit, doch Schnee und Kälte zwangen die Veranstalter, den Zielbereich zur Mittelstation Cabane auf 2’525 Metern zu verlegen. Die neue Strecke des Vertical KM war ein voller Erfolg
Eine Panne bei der Luftseilbahn zum Glacier 3000 hielt die Organisatoren bei den Vorbereitungen zur 15. Augabe in Atem. Spezialisten setzten die Anlage zwar rechtzeitig wieder instand, doch in grosser Höhe entscheidet immer noch der Berg. Schnee und Kälte machten den oberen Teil der Strecke zu gefährlich. Die Organisatoren trafen die Entscheidung, das Rennen bei der Mittelstation Cabane auf 2‘525 Metern zu beenden. „Wir müssen angesichts der Macht des Berges demütig bleiben. Jeder erfahrene Läufer weiss, dass der Berg immer das letzte Wort hat, was aber auch seine Faszination ausmacht“, kommentierte der Rennleiter Oliver Herrmann.
Kaiserwetter auf der klassischen Strecke
888 Läuferinnen und Läufer gingen bei dieser 15. Ausgabe in allen Kategorien an den Start. Der Tagessieger Vitaliy Shafar aus der Ukraine beendete die 23,1 km lange Strecke in 1:50 Stunden und verwies die beiden Kenianer Elvis Kipkoech und Timothy Kimutai Kirui mit fast 10 Minuten Rückstand auf die Plätze. Diese Zeit wäre gleichbedeutend mit einem Rekord gewesen, wenn das Rennen auf Scex Rouge aufgehört hätte. Raphael Sprenger aus Zürich belegte den fünften Rang und Nicola Buchs aus der Lenk erreichte den ausgezeichneten sechsten Rang.
Bei den Damen war es die Bündnerin Alexandra Wallimann, die in 2:20 Stunden einen grossartigen Sieg errang. Sie distanzierte die Amerikanerin Meg Lane um 7 Minuten und Priska Fuhrer aus Hinterkappelen um weitere 7 Minuten.
Eine neue Kategorie: der Vertical KM
Die grosse Neuheit dieser 15. Ausgabe ist die neue Kategorie des Vertical KM zwischen dem Col du Pillon und Cabane. Mit einer Länge von 3,83 km und einem Höhenunterschied von 1‘000 Metern bietet diese Strecke eine grosse Challenge, die ambitionierte Läufer anzieht. Einige Spezialistinnen und Spezialisten für vertikale Läufe waren am Start: Jonathan Schmid (mehrfacher Schweizer Meister im Berglauf), Martin Anthamatten (zweimaliger Sieger der Patrouille des Glaciers) oder Victoria Kreuzer (mehrfache Schweizer Meisterin im vertikalen Skialpinismus). Auf dieser Strecke gab es bisher keine Referenzzeiten. Das ist nun geschehen. Martin Anthamatten gewann diesen steilen Anstieg in 38 Minuten bei den Männern vor Jonathan Schmid in 40 Minuten und Victoria Kreuzer bei den Frauen in 46 Minuten.
Ein neues Konzept, das überzeugt hat
Neben dem Vertical KM wurden bei dieser 15. Ausgabe auch andere Elemente getestet. Der Gstaad Kids Run wurde auf den Morgen verlegt. Die 99 Teilnehmer konnten die vor Ort vorhandene Atmosphäre direkt nach dem Start des Glacier 3000 Run geniessen. Die Läuferinnen und Läufer profitierten dank dem Swiss Runners Ticket von der kostenlosen Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Schweiz. Zum ersten Mal wurde zum Abschluss ein Village mit Duschen, Massagen und einer Siegerehrung auf dem Col du Pillon veranstaltet. „Wir haben sehr gute Rückmeldungen zu diesem neuen Konzept erhalten und werden es nächstes Jahr gerne wieder durchführen“, freute sich Bernhard Tschannen.
Sämtliche Resultate findest du hier.
(pd, agr)